Gedanken

7. Juni 2021

Unzufriedenheit im Job … dazu muss ich mal etwas loswerden:
Eigentlich müsste ich jetzt an einer Website sitzen, um genau zu sagen: Entwicklung einer Website für einen Kunden. Aber ich habe keine Lust, mir fehlt der Antrieb, ich bin genervt und frage mich wirklich “warum zum Henker mache ich das eigentlich?”. Nur um Geld zu verdienen? Ja, mittlerweile schon. Früher hat es mir sehr viel Spaß gemacht, wenn ich mich bei der Entwicklung austoben konnte, zwischen Variablen und Funktionen, Methoden und allem was dazu gehört. Heute sehe ich das anders. Klar ist es schön, wenn ich meinen Kunden eine Freude bereiten kann und ihnen quasi damit helfe, in ihrem eigenen Business voran zu kommen. Insbesondere einem sehr, sehr lieben Freund, den ich einfach nicht entäuschen mag. Aber was ist mit mir?
An den Wochenenden sitze ich oft da und denke über meine Aufgaben in der folgenden Woche nach. Ich freue mich über Dinge, die meine Tätigkeit als New Work Coach und Mentorin betreffen. Sobald meine Gedanken aber dann Richtung “Tätigkeiten, die mir nicht gefallen” abdriften, bekomme ich mittlerweile dabei einen richtigen Kloß im Magen. Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben. Irgendwie fühlt es sich an wie eine Blockade, das Laufen gegen eine Wand, genervt sein, seelischen Schmerzen und am liebsten auswandern wollen. Und wenn man deshalb auch noch gereizt ist, dann zieht man sein Umfeld auch noch mit in den Abgrund. Wisst ihr was ich meine? Nervt mich tierisch.
Und dann beobachte ich andere Leute um mich herum und sehe, dass sie anscheinend alle in ihrem Beruf zufrieden und glücklich sind. Oder machen das wieder nur die Medien wie Social Media, TV und Co? Wird sich wieder mal hinter einer Fassade versteckt? Man weiss es nicht. Ist mir auch egal. Hier geht es um mich und darum, dass ich happy bin mit dem was ich tue!

Wenn da nicht noch mein Umfeld wäre … Wenn ich davon spreche, dass ich mich beruflich verändern möchte, dann werde ich schief angeschaut und ernte regelmäßig Sprüche wie “hä? Ich dachte du bist glücklich mit dem was du tust?” oder “Aber warum denn etwas anderes machen? Du verdienst doch so viel Geld damit?” oder das beste überhaupt: “Man du wechselst deinen Job aber auch wie Unterhosen” – ey hallo? Gehts noch? Treibt mich doch bitte noch weiter in die Ecke und erstickt mich mit einem Job, der mir nicht gefällt. Hört doch bitte endlich auf damit. Ich muss euren Kram doch auch akzeptieren.

Ich weiss ich bin selber schuld, ich hätte schon viel früher einen Absprung schaffen sollen. Aber ein wenig mehr Geld in der Tasche zu haben ist halt auch schick und bringt einen oftmals in den Genuss sich den ein oder anderen Luxus zu gönnen. Und die Corona-Situation macht es dazu auch nicht leichter. Es ist natürlich ein gutes Gefühl, wenn man Sicherheit in der Rückhand hat. Aber was bringt es einen, wenn man beruflich unglücklich ist und sich mit dem Job nicht identifizieren kann?
Tja und der Weg raus aus der Misere? Kündigen …
Mutig sein, das bin ich. Aber auch nicht immer. Sobald es darum geht jemanden dabei vor den Kopf zu stoßen, hört es auf. Aber es geht um mich! Und nicht um die anderen. Darum dass ICH glücklich bin und meine berufliche Zukunft mit Erfüllung erleben darf. Also komme ich wohl nicht daraun vorbei, meinem “Noch”-Dauer-Auftraggeber vor den Kopf zu stoßen und ihm klar zu machen, dass die Tätigkeit sich nicht mehr mit meinen inneren Werten und meinem Warum deckt.
Aber ihr glaubt nicht wie lange es gedauert hat, bis ich mir meinen eigenen Werten, Stärken, Potentialen und natürlich auch meinem Warum bewusst wurde. Vieles hat in den vergangenen Jahren, nein Jahrzehnten, darauf hingewiesen aber wirklich gesehen habe ich es nie. Nun bin ich irgendwie New Work Coach geworden, halte Vorträge und mache Workshops zum Thema “neue Arbeitswelten”, besitze einen eigenen Coworking Space im wunderschönen Harz in der zauberhaften Stadt Wernigerode und unterstütze die CoWorkLand eG im Projektmanagement und Beratung. Und wisst ihr was diese Tätigkeiten gemeinsam haben?
Netzwerken, New Work, anderen Menschen helfen, Natur, Urlaub & Tourismus und ZUFRIEDENHEIT! Und ihr glaubt gar nicht, was das für ein schönes Gefühl ist und was es bedeutet, wenn man zufrieden seinem Job nachgeht. Dazu noch das Gefühl, seinen Traumjob gefunden zu haben. Nein, ich habe ihn gefunden, definitiv!

So, nun aber genug getextet, auf mich wartet eine Website, die bis Do fertig werden muss. Ich hole mir einen Kaffee in meiner kleinen Küche im Space, warte auf Jens, einen Coworker und hoffe, dass er mich von meiner Arbeit ablenkt damit ich nicht damit weiter machen muss und meiner langgehegten Aufschieberitis hingeben kann…

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